„Skate ist!“ - Auszubildende bauen Skaterunterstand

(vom 13.10.2010)

Städtische Gemeinschaftsaktion an der Skateranlage an der Europabrücke

Kostengünstig, schnell und einfach umsetzbar, mit echtem Nutzwert für die Jugendlichen und unter Berücksichtigung aller Sicherheitsaspekte, die auf einem Spielplatz gelten. Die Ansprüche, die die Stadtwerke Bamberg an den Projektauftrag für ihre 29 Azubis stellten, waren hoch. Das Ergebnis: Auf der Skateranlage an der Europabrücke ist innerhalb von zwei Wochen in Kooperation mit dem Gartenamt der Stadt Bamberg ein Pavillon entstanden, der die Anlage noch attraktiver machen soll. Am vergangenen Mittwoch, 13. Oktober, ließen sich die jungen Mitarbeiter von der Presse bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

Dass die Azubis während ihrer Ausbildung nicht nur alle Abteilungen im Haus durchlaufen, sondern zusätzlich verschiedene Projekte bearbeiten, gehört bei den Stadtwerken Bamberg schon seit drei Jahren zum Ausbildungsplan. „Unser Ziel ist es, unserem Nachwuchs nicht nur fachliche, sondern auch soziale Kompetenzen wie Teamgeist zu vermitteln. Durch die Projektarbeit haben sie einerseits die Möglichkeit über den Tellerrand ihres Berufes hinaus zu schauen. Andererseits wächst so das gegenseitige Verständnis für die Arbeit des anderen, weil hier die angehenden Kaufmänner und -frauen mit den gewerblichen Auszubildenden zusammenarbeiten", erklärt Christian Neumann, Personalleiter bei den Stadtwerken Bamberg.

Die Azubiprojekte dienen zwar in erster Linie der Ausbildung der jungen Mitarbeiter, sie sollen aber auch einen Mehrwert für das Unternehmen und die Kunden schaffen. „Am Anfang unserer Überlegung zu diesem Projekt stand, dass wir unsere Spielplatzanlagen in unseren Freibädern durch Neuanschaffungen und Umbauten stets attraktiv halten möchten. Dazu sind Kenntnisse zur Planung, zum Genehmigungsverfahren und Bau erforderlich, die auch für andere Projekte nützlich sind. Deshalb lag es nahe, die Azubis mit der Aufgabe zu betrauen, Ideen zur Aufwertung eines Spielplatzes zu entwickeln und umzusetzen", so Neumann. Seit 4. Oktober beschäftigen sich nun insgesamt 29 Azubis intensiv mit der Ausarbeitung und Realisierung einer Lösung zur Aufwertung eines Spielplatzes. Ende der Woche, soll die Idee verwirklicht sein.

Das Gartenamt, das für den Bau und die Instandsetzung von Spielplätzen zuständig ist, hat als Objekt die Skateranlage neben der Europabrücke vorgeschlagen und auf das Fehlen eines Treffpunktes hingewiesen. Katharina Priester, im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau, erklärt, wie die Gruppe vorgegangen ist: „Zunächst haben wir überlegt, was der Anlage fehlt. Dabei fiel uns auf, dass Freunde, Zuschauer und die Skater selbst keine richtige Sitzgelegenheit haben, sondern sich auf den Boden oder die Rampen setzen müssen. Deshalb kam uns die Idee einen Pavillon zu bauen, in dem die Jugendlichen gemütlich zusammensitzen und sich bei Regen unterstellen können. Den Unterstand wollten wir optisch an die Skaterbahn anpassen, deshalb haben wir die Form eines Skateboards gewählt." Was in den Köpfen und auf dem Papier so einfach aussah, wurde zur echten Herausforderung. „Neben der Umsetzbarkeit mussten wir auch die Kosten und den Zeitrahmen im Auge behalten, so dass wir ein paar Abstriche bei der Gestaltung machen mussten. Aber genau das war das Spannende an diesem Projekt."

Unterstützt wurden die Auszubildenden von Rüdiger Frank, den für Sport und Spiel verantwortlichen Diplom-Ingenieur des Gartenbauamtes, Thomas Gröhling und Tanja Potrykus, die als Spielplatzbauer und Architekten die Entwürfe der Azubis verfeinerten, Alexander Eck, der die Schreinerarbeiten betreute und mit Rat und Tat zur Seite stand, sowie den Projektbetreuern bei den Stadtwerken Bamberg Christian Neumann und Hans-Jürgen Bengel und Projektpate Thomas Murr. „Wir sind begeistert, mit wie viel Ideen, Spaß und Engagement die jungen Mitarbeiter an die Sache herangehen und sind uns alle einig: Der einzigartig gestaltete Unterstand ist eine echte Bereicherung für die Skateranlage und ein super Treffpunkt für die Jugendlichen", so Robert Neuberth und Rüdiger Frank vom Gartenamt und ergänzt: „Dieses Bauwerk macht deutlich, dass durch solche vorbildlichen Gemeinschaftsaktionen auch bei knappen Kassen tolle Ideen verwirklicht werden können. Sowohl die Stadtwerke als ausbildender Betrieb, als auch die Stadt Bamberg haben mit diesem Projekt gewonnen. Vielleicht gibt es ja im nächsten Jahr eine ähnlich Früchte tragende Kooperation mit interessierten Firmen. Möglichkeiten für weitere Projekte wären vorhanden!"