Stadtnetz Bamberg baut Lichtwellenleiternetz in Bamberg aus

(vom 23.04.2010)

 

Die Zeiten, in denen man sich über ein analoges Modem ins weltweite Netz einwählen musste, sind längst vorbei. Die Geschwindigkeit, mit der Daten über weite Strecken übermittelt werden, hat sich in den letzten fünf Jahren verzehnfacht. Trotzdem stößt auch die derzeit schnellste Datenübertragungstechnik via DSL (Digital Subscriber Line = Digitaler Teilnehmeranschluss) an ihre Grenzen. Eine Lösung für den ständig steigenden Bedarf an hoher Bandbreite verspricht die Telekommunikationstochter der STWB Stadtwerke Bamberg GmbH, die Stadtnetz Bamberg Gesellschaft für Telekommunikation mbH. Durch den Ausbau des Glasfasernetzes in Bamberg will sie die Zugangsgeschwindigkeit ins Internet auf 100 Mbit/s und mehr steigern.

Große Datenmengen in kürzester Zeit von einem Ort zum anderen zu transportieren, ist vor allem für die Wirtschaft enorm wichtig. Schon seit 2001 bietet die Stadtnetz Bamberg deshalb großen Unternehmen, der Universität und den Sparkassen in Bamberg Hochgeschwindigkeitsinternet über Glasfaserkabel an. Aus wissenschaftlichen Untersuchungen geht darüber hinaus hervor, dass künftig der Bedarf an höherer Bandbreite nicht nur im gewerblichen Bereich, sondern auch beim Privatanwender rapide steigen wird. „Diese Bandbreiten sind mit der bisher vorhandenen DSL-Technik und der Datenübertragung über das Kupferkabel nicht mehr realisierbar - nur die Glasfaser kann hier Abhilfe schaffen. Denn diese ist das schnellste Übertragungsmittel, das bisher bekannt ist. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig mit dem Aufbau der Infrastruktur zu beginnen. Und genau das machen wir jetzt", erläutert Hans Jürgen Bengel, Geschäftsführer der Stadtnetz Bamberg.

Standortvorteil für Bamberg
Während weltweit in einigen Ländern der Ausbau des Glasfasernetzes schon weit fortgeschritten ist, hinkt Deutschland noch hinterher. Bamberg gehört zu den ersten Städten ihrer Größe, in der ein flächendeckendes Lichtwellenleiternetz aufgebaut wird. „Mit dem Ausbau der Glasfaserleitungen schaffen wir eine leistungs- und zukunftsfähige Infrastruktur für Bamberg und damit einen echten Standortvorteil für die Attraktivität des Wirtschafts- und Lebensraums", so Bengel. Die Konkurrenz fürchtet die Stadtnetz nicht, diese setzt bisher darauf, Glasfaserkabel von den bereits jetzt ans Glasfasernetz angeschlossene Verteilerknoten bis zu den Verteilerschränken zu verlegen, die sog. Fibre-to-the-curb-Lösung (FTTC). Von dort werden die Endkunden wie bisher über Kupferkabel angeschlossen, was nur eine mittelfristige Lösung darstellt, weil das Kupferkabel die Geschwindigkeit des Datentransports bremst. Deshalb verlegt die Stadtnetz Bamberg Glasfaser bis ins Haus (FTTB Fibre-to-the-building) und wenn gewünscht sogar bis in die Wohnung (FTTH Fibre-to-the-home).

Ausbau des Glasfasernetzes in zwei Abschnitten
Bereits seit Anfang 2009 arbeitet ein internes Projektteam der Stadtnetz und der Stadtwerke Bamberg an der Vorbereitung des Glasfaser-Projektes. Dabei wurden zwei Ausbaugebiete identifiziert: Für den ersten Abschnitt in der dicht besiedelten Innenstadt beginnt nun die so genannten Clusterplanung, d.h. das Ausbaugebiet wird nochmals in kleinere Gebiete eingeteilt und mit Terminen für den Ausbau versehen. Diese Planungsphase wird sich bis Ende des Jahres hinziehen. Dann steht fest, innerhalb welcher Grenzen das Ausbaugebiet 1 genau verläuft und wo mit der Verlegung der Leerrohre bis ins Haus begonnen wird. Sobald diese Detailplanung vorangeschritten ist, starten die Tiefbauarbeiten. Die Erschließung erfolgt dann innerhalb von fünf bis sechs Jahren. Welche Gebäude konkret angeschlossen werden, entscheidet der Hausbesitzer. Dieser wird im Vorfeld über das Vorhaben und den Zeitplan von der Stadtnetz Bamberg persönlich informiert. „Die Verlegung der Rohre bis ins Haus ist für den Hausbesitzer kostenlos. Diese stellt jedoch die Voraussetzung für den späteren Anschluss der einzelnen Wohnungen dar. Ein nachträglicher Anschluss ist mit sehr viel höheren Kosten verbunden", gibt Bengel zu bedenken.

Kunden profitieren langfristig von Vorteile des Glasfasernetzes
Die Übertragung von Daten via Glasfaserleitung hat vor allem einen Vorzug: sie erreicht Höchstgeschwindigkeiten. Während mit der üblichen DSL-Technik über Kupferkabel eine Datenmenge von bis zu 16 Megabit pro Sekunde erreicht wird und bei der Übertragung über Funk 7 Megabit, sind es bei der Glasfaser 100 Megabit. Die derzeit angebotenen 100 Mbit/s stellen außerdem, laut Bengel, allenfalls eine Einstiegsgeschwindigkeit dar und enthalten viel Potenzial für den stetig steigenden Bedarf. Um die Dimensionen zu verdeutlichen, erläutert Bengel die Unterschiede anhand der Übertragungsdauer des Inhalts einer CD mit 700 Mbyte: „Mit einem 16-Megabit-DSL-Anschluss dauert die Datenübertragung circa sechs Minuten, die Übertragung mit 100-Megabit dauert nur eine Minute. Diese Geschwindigkeit eröffnet ganz neue Möglichkeiten für die Datenübertragung. Beispielsweise können Dienste wie Telefonieren, Fernsehen und superschnelles Internet für jeden Haushalt angeboten werden."
Weiterer Pluspunkte des Glasfasernetzes ist die hohe Zuverlässigkeit der Datenübertragung: Glasfaserleitungen ermöglichen eine Übertragung über große Strecken, weil die Stärke des Signals mit der Entfernung nur wenig abnimmt. Dem Kunden steht also immer die volle Bandbreite zur Verfügung. Außerdem ist das Glasfaserkabel unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Einflüssen und ist gegen Abhörversuche sehr gut geschützt.
Fragen zum Ausbau des Glasfasernetzes in Bamberg beantworten die Mitarbeiter des Kundencenters der Stadtwerke Bamberg am ZOB oder unter der Telefonnummer 0951-77 4900. Eine FAQ-Liste auf der Internetseite der Stadtwerke Bamberg www.stadtwerke-bamberg.de enthält die wichtigsten Antworten.

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