Sicher zur Schule und sicher nach Hause
(vom 21.09.2010)
Zweite Auflage des Verkehrssicherheitsprogramms „Sicherer Schulweg" auf dem Plärrerplatz
Jedes Jahr verunglücken Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg. Laut Verkehrsstatistik von Oberfranken stieg die Zahl der Unfälle auf Oberfrankens Schulwegen im letzten Jahr von 39 auf 56. Die Unfälle passieren hauptsächlich, weil die Kinder beim Überqueren der Fahrbahn nicht auf den Straßenverkehr achten. Um die jungen Verkehrsteilnehmer möglichst früh auf die Gefahren vorzubereiten, haben sich die Verkehrsexperten der Stadtwerke Bamberg, der Kreisverkehrswacht Bamberg, der Verkehrspolizei und des ADAC Nordbayern sowie die Theaterpädagogen von Chapeau Claque e.V. vor zwei Jahren zusammengeschlossen. Zum zweiten Mal haben sie alle Bamberger Grundschulen eingeladen, am Verkehrssicherheitsprogramm „Sicherer Schulweg" vom 20. bis 24. September auf dem Plärrerplatz teilzunehmen.
„Wir freuen uns, dass die Plätze für das Programm wieder restlos belegt sind und die Premiere letztes Jahr so gut ankam. Wir wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger vor den Schülern auftreten. Mit verschiedenen Übungen versuchen wir vielmehr dazu beizutragen, dass die Schüler selbst erkennen, dass sie bei entsprechendem Verhalten seltener in kritische Verkehrssituationen geraten", erklärt Klaus Fuß, Verkehrserzieher der Polizei in Bamberg.
Die einzelnen Trainingseinheiten sind auf das Können und den Lehrplan der ersten bis vierten Grundschulklasse abgestimmt. Um das Programm jedoch noch besser an die Bedürfnisse der jungen Verkehrsteilnehmer anzupassen, haben die Verkehrspartner im Anschluss an das letztjährige Programm eine Umfrage in den teilnehmenden Grundschulen durchgeführt und die Zufriedenheit mit der Organisation abgefragt. „Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Trotzdem haben wir uns anschließend zusammen gesetzt und gemeinsam mit der Verkehrsfachberaterin der Grundschulen, Silvia Treuner, beraten, wo es Optimierungsmöglichkeiten gibt", so Peter Scheuenstuhl, Leiter des Verkehrsbetriebes der Stadtwerke Bamberg.
Die Kreisverkehrswacht, die die dritten Klassen über das verkehrssichere Fahrrad aufklärt, prüft dieses Jahr zusätzlich bei jedem Schüler die Sicherheit im Umgang mit dem Fahrrad und gibt jedem Schüler ein Checkheft für die Eltern an die Hand.
Beim ADAC Nordbayern kommt dieses Jahr ein LKW statt eines Busses zum Einsatz, um den Viertklässlern das Phänomen des toten Winkels noch eindrucksvoller zu erläutern. „Bei einem Bus sind die toten Winkel dank großer Spiegel und Fenster in der Regel etwas kleiner als bei einem LKW. Deshalb ist der Aha-Effekt der Schüler, wenn sie auf dem Fahrersitz eines LKW sitzen und die Klassenkameraden im toten Winkel verschwinden, doch um einiges größer", erklärt Herr Michael Herbst, Vorstandsmitglied für Verkehr beim ADAC Nordbayern e.V.
Die Kleinsten werden von den Theaterpädagogen von Chapeau Claque wieder spielerisch an das Thema Verkehrssicherheit herangeführt. In einem interaktiven Theaterstück erklären Tiger und Bär, worauf die frisch Eingeschulten auf dem Weg zur Schule und nach Hause achten müssen.
Um die Unfallgefahr auf dem Schulweg mit dem Bus zu senken, schulen die Stadtwerke Bamberg regelmäßig ihre Busfahrer und bieten seit mehr als fünf Jahren gemeinsam mit der Verkehrspolizei Busfahrtraining an Grundschulen an. Dabei üben sie mit den Zweitklässlern das Verhalten an der Bushaltestelle und im Bus. „Als Betreiber der Busse fühlen wir uns mitverantwortlich für die Sicherheit auf Bambergs Straßen, deshalb haben wir zunächst gemeinsam mit den Verkehrserziehern der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt das Busfahrtraining und schließlich mit den anderen Verkehrspartnern das Verkehrssicherheitsprogramm ins Leben gerufen", erklärt Scheuenstuhl.
Die Zusammenarbeit zwischen Stadtwerken, Kreisverkehrswacht, Polizeiinspektion Bamberg-Stadt, ADAC Nordbayern und Chapeau Claque ist langfristig ausgelegt und das Programm wird 2011 in die dritte Runde gehen.
