Stadtwerke Bamberg: Neun-Punkte-Plan zur Energiewende
(vom 29.07.2011)
Mit einem „Neun-Punkte-Plan“ wollen die Stadtwerke Bamberg noch stärker als bisher zur Energiewende in Deutschland beitragen. Einen entsprechenden Entschluss hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke Bamberg am Donnerstagabend gefasst. Demnach werden die Investitionen in Erneuerbare Energien langfristig massiv ausgebaut. Der Strombezug soll optimiert und möglichst frei von Atomstrom werden. Ebenfalls planen die Stadtwerke, das Netz für die klimaschonende Fernwärme weiter auszubauen und durch weitere Kapazitäten zur Energieerzeugung nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zu ergänzen. Einen klaren Projektauftrag gibt es auch für die „Unteren Mühlen“, wo die Möglichkeit einer isolierten Wasserkraftnutzung auf den Prüfstand kommt.
„Die Atomkatastrophe von Fukushima hat uns auf schlimmste Weise vor Augen geführt, dass weltweit ein Umdenken in der Energiepolitik geboten ist“, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Bamberg, Oberbürgermeister Andreas Starke, am Freitag. „Die Forderungen, die von den Bürgern, Initiativen und Parteien an die Stadt und insbesondere an die Stadtwerke gestellt werden, bestätigen den Kurs, den wir mit den Stadtwerken schon seit vielen Jahren gehen“, sagte Starke. Zum Umwelt- und Klimaschutz auf lokaler Ebene haben sich Stadt und Landkreis im Rahmen ihrer Klimaallianz verpflichtet: „Die Stadtwerke sind dabei einer der wichtigsten Projektpartner“, so der Oberbürgermeister.
Investitionen in die Regenerativen,
Energetische Sanierung von Schulen
Geht es nach den Stadtwerken Bamberg, werden sie ab 2012 gezielt den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu forcieren. Voraussetzung hierfür ist ein entsprechender Beschluss im Stadtrat. Ihm empfiehlt das Aufsichtsgremium, die finanziellen Spielräume der Stadtwerke für derart nachhaltige Investitionen auszuweiten, in dem die Höhe der jährlichen Gewinnausschüttung an die Stadt dauerhaft auf zwei Millionenen Euro (netto) reduziert wird. „Mit diesem Signal macht die Stadt Bamberg einmal mehr deutlich, wie ernst sie es mit dem Klimaschutz meint“, freute sich Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Rubach. Der Aufsichtsrat empfiehlt weiter, die Gewinnausschüttung der Stadtwerke zweckgebunden für die Sanierung von städtischen Schulgebäuden zu verwenden.
Bürgerbeteiligungsmodelle werden ausgebaut
Neben der eigenen Investition in Anlagen werden die Stadtwerke Bamberg auch ihre Bürgerbeteiligungsmodelle ausbauen. Erst im Juni hatten die Stadtwerke in Niederbayern ihre fünfte Bürgersolaranlage in Betrieb genommen, die Strom für 160 Haushalte produziert. Kunden können sich mit einem Betrag zwischen 1.000 und 25.000 Euro an diesen Anlagen beteiligen und erhalten hierfür 15 Jahre lang eine garantierte Verzinsung von 3,9 Prozent. Rubach: „Der Kampf gegen den Klimawandel ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Deshalb investieren wir nicht nur selbst sondern bieten allen unseren Kunden die Möglichkeiten, sich selbst finanziell nachhaltig zu engagieren.“Stadtwerke Energiemix wird noch „grüner“
Die Stadtwerke setzen auf einen Ausbau es Anteils von erneuerbaren Energien in ihrem Energieträgermix. „Heute schon ist der Strommix der Stadtwerke mit 36 Prozent Ökostrom im Vergleich zum Bundesdurchschnitt mehr als doppelt so grün“, unterstreicht Oberbürgermeister Starke. Dennoch muss das Ziel sein, möglichst wenig Atomkraft im Portfolio zu haben. Hier sei es Aufgabe der Stadtwerke, ihre Verträge mit den Stromlieferanten so zu gestalten, dass die Verbesserung des Strommixes nicht zu einer erheblichen Verteuerung der Preise für die Kunden führe, so Starke.Die Stadtwerke werden ihre Ökostromangebote weiter entwickeln und um zusätzliche nachhaltige Gasprodukte ergänzen: „Unser Ziel Ziel ist es, unser Ökostromprodukt BestNatur über eine weitere Zertifizierung noch glaubwürdiger zu machen“, so Rubach. Hierfür sagen die Stadtwerke zu, zukünftig einen Cent je verkaufter Kilowattstunde Ökostrom in neue ökologische Erzeugungseinrichtungen zu investieren – wie heute schon beim „BestNatur Premium“ der Fall (4 Cent pro kWh).
STWB Stadtwerke Bamberg GmbH
