Bambergs erstes Fahrradparkhaus
(vom 21.12.2011)
Am 24. Februar 2012 werden die Stadtwerke Bamberg am Bahnhof Bambergs erstes Fahrradparkhaus eröffnen. Das kündigte Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Rubach am Donnerstag bei einem Baustellentermin an. Gleichzeitig sollen auch der P+R-Platz auf der Ostseite des Bahnhofs und eine neue behindertengerechte Bushaltestelle an der Brennerstraße in Betrieb genommen werden. Am 24. Februar wird auch der Durchstich des Bahnhofstunnels geöffnet und ein langer Wunsch des Bamberger Ostens in Erfüllung gehen.
Im neuen „Radhaus" finden 330 Fahrräder Platz, sie parken in einem vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club e.V. (ADFC) getesteten, komfortablen und platzsparenden doppelstöckigen Parksystem. Damit wird es zukünftig nicht nur möglich sein, sein Fahrrad bequem am Bahnhof abzustellen - in dem denkmalgeschützten Gebäude an der Brennerstraße stehen die Räder auch vor Wind und Wetter geschützt, schnell auffindbar und, dank einer 24-Stunden-Video-Überwachung, auch sicher. Zusätzlichen Komfort bieten 52 Schließfächer - 25 davon mit Stromanschluss zum Laden von Akkus für Elektroräder sowie eine manuelle Lufttankstation.
Der 24-Stunden-Betrieb wird in beiden Fahrradparkhäusern, wie in den Tiefgaragen der Stadtwerke auch, vollkommen automatisch durch eine Durchgangsschleuse kontrolliert und über einen Ticketautomaten abgerechnet. Radler parken ihr Fahrrad für 50 Cent pro Tag. Die Monatskarte kostet acht Euro, das Jahresticket 70 Euro. Nach Inbetriebnahme des Fahrradparkhauses an der Brennerstraße werden im kommenden Jahr die Bauarbeiten für ein zweites „Radhaus" starten, welches auf der Westseite des Bahnhofs zwischen dem Bahnhofsgebäude und dem Atrium errichtet wird und zusätzlich 196 Fahrradabstellplätze bietet. Auch hier soll es Ladestationen für Elektrofahrräder geben.
Bauarbeiten im Zeit- und im Kostenplan
Die im Dezember 2010 gestarteten Arbeiten des Bauprojekts an der Brennerstraße liegen nicht nur im Zeitplan, auch bei den Kostenvorgaben von 6,2 Millionen Euro meldet Peter Scheuenstuhl, der Leiter des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke Bamberg, grünes Licht. Das Projekt wird zu einem großen Teil von öffentlichen Fördergebern finanziert. Allein der Zuschuss vom Freistaat Bayern aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz beträgt rund 1,9 Millionen Euro, aus dem Finanzausgleichsgesetz zusätzlich 380.000 Euro. Darüber hinaus wird das Projekt durch Mittel aus der Städtebauförderung gefördert. Weitere wichtige Partner sind die Oberfrankenstiftung und die Landesstiftung Denkmalschutz. Für diese Kosten entsteht neben dem Fahrradparkhaus ein P+R-Parkplatz mit 114 Pkw-Stellplätzen, 5 Stellplätzen für Behinderte und 15 Motoradstellplätze. Pkw-Fahrer parken hier zum Preis von nur einem Euro pro Stunde bzw. 4,50 Euro pro Tag. Das Wochenticket kostet 19,80 Euro, ein Monatsticket 75 Euro.
Elektromobilität neu im Mobilitätsportfolio der Stadtwerke
Die Ausstattung der Fahrradparkhäuser mit Ladestationen für Elektrofahrräder ist für die Stadtwerke Bamberg zugleich der Auftakt zum Ausbau der Elektromobilität in der Stadt. „Als Mobilitätsdienstleister und Energieversorger ist es unser Ziel, auch den umweltschonenden Individualverkehr in Bamberg zu stärken", so Stadtwerke-Vertriebsleiter Horst Ziegler. Die Stadtwerke wollen zentral erreichbarer Ladeinfrastruktur schaffen und damit die Grundlage für die Verbreitung der Elektromobilität schaffen. Im Fokus stehen zunächst Standorte der Stadtwerke Bamberg - neben dem Fahrradparkhaus auch die Verwaltung am Margaretendamm, Parkhäuser, die P+R-Plätze und das Bambados. Gleichzeitig wollen die Stadtwerke über Partnerschaften mit Fahrradherstellern und Bamberger Fahrradhändlern das Angebot von Elektrofahrrädern weiter ausbauen. Kunden des Ökostroms „BestNatur" sollen ein über Bamberger Fachhändler vertriebenes Energierad mit einem Preisnachlass auf den Listenpreis von 300 Euro erhalten. Zwei die sich heute schon über ein Elektrofahrrad freuen können, sind Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke und Bürgermeister Werner Hipelius. Beim Besichtigungstermin in der Brennerstraße bekamen sie für den Einsatz in der Verwaltung jeweils ein Elektrofahrrad zur Verfügung gestellt.
P+R-Anlage ist konsequente Folge aus dem Beitritt zum VGN
Die Errichtung der P+R-Anlage am Bamberger Bahnhof ist die konsequente Fortsetzung der Mobilitätsstrategie in Stadt und Landkreis Bamberg. „Unser Ziel ist es, den Wechsel zwischen den Fortbewegungsmitteln so bequem wie möglich zu machen", so Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Rubach knapp zwei Jahre nach dem VGN-Beitritt. Als Mobilitätsdienstleister sei es Aufgabe der Stadtwerke, den Individualverkehr und den ÖPNV so geschickt miteinander zu verbinden, dass die Attraktivität von Bus und Bahn für die Kunden weiter steige: „Gute Taktzeiten und günstige Preise sind dabei ebenso wichtig wie haltestellennahe Parkplätze, wie wir sie heute schon an der Breitenau und am Heinrichsdamm bieten."
Die P+R-Anlage an der Brennerstraße wird die neunte Anlage sein, mit der die Stadtwerke Bamberg rund um die Uhr zu günstigen Tarifen citynahe Parkmöglichkeiten bietet. Die Zahl der Parkplätze wird damit auf über 3.700 steigen. Derzeit sind in Betrieb:
- Parkhaus Zentrum Süd/Schützenstraße (473 Parkplätze)
- Tiefgarage Konzert- und Kongresshalle (354 Parkplätze)
- Tiefgarage Zentrum Nord/Georgendamm (461 Parkplätze)
- Tiefgarage am Luitpoldeck (100 Parkplätze)
- Park + Ride-Anlage Heinrichsdamm (809 Parkplätze)
- Park + Ride-Anlage Breitenau (925 Parkplätze)
- Bambados-Parkplatz (400 Parkplätze)
- Hallenbad Margaretendamm (88 Parkplätze)
