Rhein-Main-Donau-Damm wird zur LED Teststrecke

(vom 26.01.2012)

Stadtwerke Bamberg rüsten 127 Straßenlaternen auf LED-Technik um

 

Die Stadtwerke haben in den vergangenen Monaten in Zusammenarbeit mit der Stadt Bamberg die Beleuchtung von vier Straßen und Wegen auf energieeffiziente Technik umgerüstet. 127 LED-Leuchten bringen künftig auf dem Rhein-Main-Donau-Damm, in der Ludwigstraße, auf dem Adenauerufer und dem Weegmannufer Licht ins Dunkle und senken den Stromverbrauch der Anlagen um 73,9 Prozent. Dabei stehen sie in den kommenden Monaten unter ganz besonderer Beobachtung, denn bei der Umrüstung handelt es sich um ein Pilotprojekt, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert wird. Am Mittwoch, 25. Januar, eröffneten Oberbürgermeister Andreas Starke, Finanzreferent Bertram Felix und Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Rubach die Teststrecke.

„Die Anschlussleistung für den circa ein Kilometer langen Streckenabschnitt am Rhein-Main-Donau-Damm beträgt mit 2,4 KW kaum mehr als die eines haushaltsüblichen Wasserkochers“, veranschaulicht Rubach den Wirkungsgrad der LED-Technik. „Damit gelingt es uns, die Stromkosten um circa 10.217 Euro und den Stromverbrauch um 56.763 kWh pro Jahr zu senken. Gleichzeitig erwarten wir eine Schadstoff-Reduktion von 33,49 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr“, freut sich Rubach. 

Ob sich die Technik auch im Betrieb bewährt und wirtschaftlich rechnet, soll auf der Pilotstrecke am Rhein-Main-Donau-Damm in den kommenden Monaten getestet werden. Denn langfristiges Ziel ist die stufenweise Erneuerung der gesamten Straßenbeleuchtung mit hocheffizienten Leuchten. Voraussetzung dafür ist jedoch ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlagen. „Bei diesem Projekt können wir Erfahrungen mit der LED-Technologie im technischen Betrieb sammeln. Wobei LED nicht gleich LED ist. Um den unterschiedlichen Anforderungen der auszuleuchtenden Straßen- und Wegekategorien gerecht zu werden, kommen drei unterschiedliche Leuchten-Typen zum Einsatz. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt hinsichtlich Wartungsaufwand und Ausfallraten dienen uns anschließend bei der Entscheidungsfindung der geeigneten Technik bei zukünftigen Projekten.“

 

Innovative Steuerung birgt noch mehr Energieeinsparpotenzial

Eine weitere Besonderheit der neuen Straßenbeleuchtung am Rhein-Main-Donau-Damm ist die Steuerung. Jede Laterne wird mit Hilfe einer Telemanagementanlage einzeln gesteuert. „Das heißt wir können jeden einzelnen Lichtpunkt separat bedienen und die Lichtintensität verändern. Dadurch besteht die Möglichkeit, die Beleuchtung den Verkehrsverhältnissen entsprechend optimal und bedarfsgerecht anzupassen und noch mehr Energie zu sparen“, erklärt Projektleiter Matthias Windfelder. Die Software des Telemanagement­systems wird bei den Stadtwerken am Margaretendamm installiert. Von dort aus findet die ferngesteuerte Überwachung, Steuerung, Regelung, Messung und Kontrolle der Straßenbeleuchtung statt. „Fällt eine Laterne aus, zeigt uns das System sofort eine Fehlermeldung und wir können entsprechend reagieren“, erläutert Windfelder.

     

Stadtwerke nehmen Vorreiterrolle ein

Da die Telemanagement-Technologie am Rhein-Main-Donau-Damm zu einer der ersten in Bayern zählt, ist die Teststrecke auch Modellprojekt für andere Städte, Gemeinden und Kommunen, die ebenfalls in die neue strom- und CO2-sparende Beleuchtungstechnik investieren wollen. „Ich freue mich sehr, dass wir zum wiederholten Mal gemeinsam mit den Stadtwerken im Bereich innovativer und umweltfreundlicher Technologie eine Vorreiterfunktion einnehmen können. Wie beim Bambados werden sich andere Städte auf unsere Erfahrungen stützen. Gleichzeitig kommen wir unserem Ziel, den Schadstoffausstoß bis 2030 zu halbieren, wieder ein Stück näher“, so Oberbürgermeister Andreas Starke stolz. Wie einfach die Fernsteuerung funktioniert, durfte er beim Pressetermin selbst ausprobieren. Über den Touchscreen eines Tablets regulierte er die Beleuchtungsstärke der Straßenlaterne auf Höhe des P+R-Platzes Heinrichsdamm.

 

Förderung vom BMU

Das LED-Projekt, das auf Initiative der Stadtwerke Bamberg Energiedienstleistung GmbH in Zusammenarbeit mit der Stadt Bamberg zustande gekommen ist, wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich zu 40 Prozent gefördert. Die Stadt finanziert das Projekt und erhält bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von circa 113.000 Euro einen staatlichen Zuschuss von 45.290 Euro.

 

440.000 Kilowattstunden Strom gespart

„Die Straßenbeleuchtung ist unser ältestes Geschäft, deshalb können wir ohne Übertreibung sagen, dass wir Experten auf diesem Gebiet sind. Die Beleuchtung dabei so umweltfreundlich und energiesparend wie möglich zu realisieren, ist für uns dabei selbstverständlich. Deshalb haben wir gemeinsam mit der Stadt einen Contracting-Vertrag geschlossen, der die Umrüstung der gesamten Straßenbeleuchtung auf energiesparende Leuchtmittel, innerhalb dieses Jahres und eine Betriebsoptimierung durch Halbnachtabschaltung und Absenkung der Beleuchtungsstärke in ausgewählten Gebieten und zu bestimmten Zeiten vorsieht“, erklärt Rubach. Die Stadt spart so jährlich rund 93.000 Euro Kosten, 860.000 Kilowattstunden Energie und 271 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Allein durch die Umrüstungs- und Optimierungsmaßnahmen im vergangenen Jahr hat die Stadt 440.000 Kilowattstunden weniger verbraucht. Die Umsetzung der Maßnahmen wird dieses Jahr abgeschlossen.

 

Stadtwerke Bamberg

Energiedienstleistung GmbH

 

Bild Bild